Am 31. August machten sich aus zahlreichen Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen Bedienstete mit Gefangenen auf dem Weg in die Wallfahrtsstadt Werl; so auch aus der JVA Schwerte. Eingeladen hatte die Gefängnisseelsorge im katholischen Erzbistum Paderborn.

Eine bunte Mischung traf sich am Pilgerzentrum in der Nähe der Basilika: junge und ältere Menschen, in der Kirche Beheimatete und Neugierige. Die meisten Wallfahrer kamen aus dem offenen Vollzug, aber auch eine kleine Zahl von Gefangenen aus Werl und Schwerte durften im Rahmen einer Ausführung an der Veranstaltung teilnehmen. Als Geschenk bekam jeder einen bunten Fingerrosenkranz: Jede der 10 Perlen und das kleine Kreuz stehen für eine Grunderfahrung im Leben und laden zum Nachdenken ein.

Bei ruhiger Musik im Hintergrund hörten die Teilnehmenden aufmerksam den Impulsen zu. Vor dem Mittagessen nutzten alle die Gelegenheit, die Kirche auf eigene Faust zu erkunden und eine Kerze anzuzünden. Der Gottesdienst war, wie der ganze Tag, geprägt von aufmerksamer Ruhe, aber auch von Freude. Es war eine entspannte Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlten und viele Eindrücke und gute Gedanken mitnehmen konnten. Nach dem abschließenden Kaffee trinken und Kuchen essen ging es wieder zurück in die Vollzugsanstalten.

Das Fazit eines Gefangenen: „Ein tolles Programm und ein wirklich schöner Tag!“ Auch für die Veranstalter dieser ersten Gefangenenwallfahrt, das Wallfahrtsteam aus Werl und das Vorbereitungsteam der Seelsorger aus den Vollzugsanstalten, war der Tagesverlauf sehr positiv.

Das Motto der Wallfahrt in Werl ist dieses Jahr: „Habt Vertrauen“. Recht passend für den Justizvollzug, der ja vielmehr von Kontrolle lebt.

Eine solche Veranstaltung ist durchaus eine Herausforderung für das Vollzugssystem, dennoch konnten aus dem geschlossenen Vollzug der JVA Schwerte zwei Gefangene teilnehmen und das Vertrauen hat sich ausgezahlt .

Weitere Informationen und Bilder sind dem Beitrag der Gefängnisseelsorge zu entnehmen: https://gefaengnisseelsorge.net/gefangenenwallfahrt

Autor: Christoph Schnellbacher, kath. Seelsorger der JVA Schwerte