Bereits zum 4. Mal lud die Gefängnisseelsorge im katholischen Erzbistum Paderborn zu einer „Gefangenenwallfahrt“ nach Werl ein. Am 30.06.2026 war es soweit, mehr als hundert Gefangene und Begleiter aus acht verschiedenen Justizvollzugsanstalten aus dem Gebiet des Erzbistums waren angereist, um an der Wallfahrt teilzunehmen. Darunter auch zwei Gefangenen der JVA Schwerte.

Der Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück. Nach einer anschließenden kurzen Begrüßung pilgerte die Gruppe zur nah gelegenen katholischen Marienkapelle auf der Gänsevöhde. Seit 1661 finden Wallfahrten nach Werl statt. An dieser Stelle wurde 1667 erstmals das Hochamt der jährlichen großen Wallfahrtprozession gefeiert. Hier erhielten alle Teilnehmer ein kleines Heft, das sie durch die verschiedenen Stationen der diesjährigen Wallfahrt begleiten sollte.

Zurück in der Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung gab es einen kurzen Gottesdienst zur Begrüßung und Einführung. Danach hatten die Teilnehmer Zeit, die zahlreichen Stationen in und um die Basilika und dem ehemaligen Kloster zu erkunden. In der „Kerzenkapelle“ gab es die Möglichkeit eine Kerze zu entzünden, im „Hedwig-Dransfeld-Raum“ konnte man einen Bibeltext nach eigenen Vorstellungen gestalten, im „Großen Konferenzraum“ einen Brief an sich selbst schreiben oder im „Meditationsraum“ einfach zur Ruhe finden. Im Klostergarten warteten noch sechs Stationen des „Trostweges“ und eine „Klagemauer“ auf die Teilnehmer.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen im „Pilgersaal“ fand in der Basilika ein Gottesdienst zum Abschluss der Gefangenenwallfahrt 2026 statt. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hielt den Gottesdienst und ging darin auf die Geschichte von Jesus und Zachäus aus dem Evangelium nach Lukas ein, in der sich Jesus gerade dem von den Dorfbewohnern verachteten Zachäus zuwandte. Im Anschluss an den Gottesdienst bestand die Möglichkeit, sich persönlich Segnen zu lassen. Eine Gelegenheit die beide Gefangenen der JVA Schwerte wahrnahmen.

Nach dem abschließenden Kaffeetrinken und Kuchenessen ging es wieder zurück in die Justizvollzugsanstalten. Die Gefangenen waren begeistert „Ein rundum gelungener Tag!“ aber auch die begleitenden Bediensteten erklärten sich spontan dazu bereit, im nächsten Jahr wieder mit dabei zu sein.